Die KI-Revolution im Content Marketing: Wie Commerce und Dienstleistungen 2025 die Zukunft gestalten
Was auf den ersten Blick wie ein praktisches Feature für Suchende wirkt, hat weitreichende Folgen für Publisher, Marken und Unternehmen: Unsere aktuellen Kundenanalysen zeigen, dass sich die Sichtbarkeit und vor allem die Klickrate (CTR) organischer Suchergebnisse bereits spürbar verändert haben. Inhalte, die früher zuverlässig Traffic generierten, verlieren an Reichweite, nicht weil sie z.B. an Positionen verloren haben, sondern weil sie schlicht nicht mehr geklickt werden.

Im Jahr 2025 ist Künstliche Intelligenz längst nicht mehr nur ein technisches Add-on, sondern ein strukturverändernder Faktor für das gesamte digitale Ökosystem. Sie beeinflusst nicht nur, wie Inhalte erstellt werden, sondern auch fundamental, wie sie gefunden, interpretiert und konsumiert werden. Für Unternehmen im Commerce und Dienstleistungssektor geht es dabei um nichts Geringeres als digitale Sichtbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit.
Mit der zunehmenden Integration von KI in Suchmaschinenfunktionen etwa durch Googles Search Generative Experience oder LLMs (Dialogbasierte Systeme) wie ChatGPT, geraten traditionelle Content Strategien an ihre Grenzen. Die Auswirkungen sind messbar: Studien zeigen, dass KI-generierte Overviews den organischen Traffic um bis zu 60 % senken können, während die durchschnittliche Klickrate bei betroffenen Suchanfragen um mehr als ein Drittel einbricht.
Für Marketer und Unternehmen bedeutet das einen klaren Paradigmenwechsel, weg von rein textbasierten, generisch optimierten Inhalten, hin zu erlebnisorientierten Formaten, die visuell, interaktiv und hochgradig personalisiert sind. Die Content-Formate der Zukunft müssen nicht nur informieren, sondern emotional involvieren. Aus Text, Bild und Videos entsteht ein integriertes Content Design, das sich konsequent an den Bedürfnissen und Erwartungen der Nutzer orientiert und das wird zum neuen Standard.

Wenn Suchmaschinen selbst antworten: Der Abschied von klassischen Content Strategien
Noch vor wenigen Jahren war der Weg zur Sichtbarkeit vergleichsweise klar: Eine Usability optimierte Website, kombiniert mit einer durchdachten Content-Strategie, sorgte mittelfristig für organische Sichtbarkeit und kontinuierlich wachsenden, qualifizierten Traffic. Doch nun greifen Immer mehr Nutzer direkt auf KI-gestützte Tools wie ChatGPT, Gemini oder Googles neue AI Overviews zurück. Diese liefern nicht nur Antworten in Sekundenschnelle, sondern machen den klassischen Klick auf eine Website oft überflüssig.
Für Unternehmen ist das ein klares Signal: Die bisherigen Mechanismen der Sichtbarkeit funktionieren nicht mehr verlässlich. Wie gravierend die Auswirkungen sein können, zeigt unter anderem die Klage des Bildungsunternehmens Chegg gegen Google, sie macht deutlich, wie drastisch Traffic und Umsätze durch AI-Overviews eingebrochen sind. Gartner prognostiziert, dass der organische Traffik bis 2026 um rund 25 % schrumpfen wird. Unsere eigenen Kundenanalysen bestätigen diesen Trend, mit deutlichen Unterschieden je nach Branche und Zielgruppe.
Doch diese Entwicklung markiert nicht das Ende des Content Marketings. Vielmehr beginnt eine neue Ära, in der Inhalte anders gedacht und gestaltet werden müssen. Es reicht nicht mehr, Texte bloß qualitative Inhalte zu verfassen. Künftig müssen Inhalte so aufgebaut sein, dass sie sowohl maschinenlesbar als auch menschlich ansprechend sind. Semantisch optimierter Content, unterstützt durch strukturierte Daten wie Schema Markup, erhöht die Chance, in AI-generierten Antworten berücksichtigt zu werden, wird also zum neuen Basiswerkzeug im digitalen Marketing.
Der eigentliche Wendepunkt liegt im Content Design selbst: Visuelle und multimediale Inhalte gewinnen rasant an Bedeutung und verändern grundlegend, wie Inhalte konzipiert, konsumiert und weiterverarbeitet werden. Plattformen wie YouTube, TikTok und Instagram sind längst nicht mehr nur ergänzende Kommunikationskanäle, sondern entscheidende Touchpoints innerhalb der Customer Journey, insbesondere für Zielgruppen wie Millennials und Gen Z, die laut Prognosen bis 2025 rund 62 % des globalen Social-Commerce-Umsatzes ausmachen werden.
Doch es geht um mehr als nur Social Media. Auch klassische Formate wie Blogposts oder Magazinbeiträge entwickeln sich weiter hin zu hybriden Content-Erlebnissen. Ein Beitrag besteht nicht mehr allein aus Text, sondern integriert nahtlos ergänzende Elemente wie erklärende Videos, hochwertige Bildstrecken und Produktverknüpfungen, interaktive Grafiken oder sogar eingebettete Reels und Kurzclips. So entsteht ein hochgradig kuratierter Content-Hub, der Information und Inspiration gleichermaßen bietet.

Ein solcher hybrider Magazinbeitrag vereint die Tiefe journalistischer Aufbereitung mit der visuellen Schlagkraft moderner Medienformate und holt Nutzer dort ab, wo ihre Aufmerksamkeit gerade ist. Ob jemand lieber liest, schaut oder swiped: Der Content passt sich flexibel an die individuellen Vorlieben an und erhöht so nicht nur die Verweildauer, sondern auch die Relevanz und den emotionalen Impact. Text allein genügt nicht mehr. Es braucht Formate, die Geschichten erzählen, Emotionen auslösen und sich über verschiedene Kanäle hinweg intelligent entfalten lassen.
Strategien, die zählen: Sichtbarkeit für Commerce und Dienstleistungen im Mittelstand
Wie können KMU mit begrenzten Budgets im digitalen Wettbewerb bestehen, wenn klassische Wege zur Sichtbarkeit zunehmend an Wirkung verlieren? Der Schlüssel liegt nicht in hochbudgetierten Tech-”Spielereien”, sondern in kluger Priorisierung und konsequenter Nutzerorientierung.
Für den Commerce-Bereich bedeutet das: Inhalte müssen konkrete Fragen beantworten, wie etwa „Welche Laufschuhe eignen sich für Trailrunning?“ – und diese Antworten sollten durch visuelle Formate wie einfache Produktvideos auf YouTube ergänzt werden. Plattformen wie TikTok oder Instagram Reels können zusätzliche Aufmerksamkeit generieren, müssen aber nicht im Zentrum stehen. Gerade bei komplexeren Kaufentscheidungen haben sich YouTube-Videos als bevorzugter Kanal für Reviews, How-tos oder Produktvergleiche etabliert auch, weil sie nachhaltig auffindbar sind und über die Google-Suche häufig ausgespielt werden.
Zudem zeigt eine aktuelle Studie, dass die Nutzung sozialer Medien in Deutschland erstmals rückläufig ist. Laut dem “Social-Media-Atlas 2024” ist die Gesamtzahl der Nutzer um vier Prozentpunkte auf 80 % der Internetnutzer ab 16 Jahren gesunken, und die wöchentliche Nutzungsdauer hat um 2,1 Stunden auf durchschnittlich 18,7 Stunden abgenommen. Besonders stark ist der Rückgang bei den 40- bis 49-Jährigen, deren Nutzung um 6,4 Stunden auf 16,3 Stunden pro Woche gefallen ist. Dies deutet darauf hin, dass Nutzer selektiver mit ihrer Zeit umgehen und Inhalte bevorzugen, die echten Mehrwert bieten.

Auch die Augmented-Reality-Erlebnisse mögen für Großunternehmen reizvoll sein, für KMU jedoch oft finanziell nicht praktikabel. Stattdessen lohnt sich der Fokus auf zugängliche Formate mit echtem Mehrwert: Ein ehrliches Review-Video, ein gut fotografiertes Produkt und ein thematisch starker Blogbeitrag mit eingebetteten Medien erzielt oft deutlich mehr Wirkung als teure Technologieexperimente.
Für Dienstleister steht weniger das Produkt, sondern die Lösung im Vordergrund. Wer hier frühzeitig Bedürfnisse erkennt und adressiert, verschafft sich einen entscheidenden Vorsprung. Heute lohnt es sich insbesondere auch bei kleineren Unternehmen, Kundendaten zu analysieren, Trends zu identifizieren und Inhalte gezielt zu erstellen. So können beispielsweise saisonale Nachfragen oder regionale Besonderheiten frühzeitig erkannt und in Beratung, Kommunikation und Ressourcenplanung berücksichtigt werden.

Blick nach vorn: Content neu denken – gezielt, relevant, anschlussfähig
Der digitale Wandel ist kein theoretisches Zukunftsszenario, sondern Realität und gerade kleine und mittlere Unternehmen stehen vor der Aufgabe, ihre Content-Strategien neu zu kalibrieren. Nicht durch mehr Budget, sondern durch mehr Klarheit (KPIs). Entscheidend ist, Inhalte zu schaffen, die maschinenlesbar strukturiert sind, gleichzeitig echten Nutzwert bieten und sich medienübergreifend entfalten lassen.
Wer dabei auf semantisch klare Texte, gezielt eingebettete Videos oder gut kontextualisierte Bilder setzt, erhöht nicht nur die Sichtbarkeit in KI-Systemen sondern baut auch Vertrauen auf. Denn Nutzer suchen heute nicht nach Werbung, sondern nach Orientierung. Sie wollen verstehen, vergleichen, entscheiden. Und genau hier kann guter Content den Unterschied machen: wenn er präzise, nachvollziehbar und multimedial gestaltet ist, ganz ohne technologische Überforderung.
Content Marketing 2025 bedeutet nicht, überall gleichzeitig zu sein, sondern dort relevant zu sein, wo es zählt. Für KMU heißt das: weniger Aktionismus, mehr strategische Fokussierung. Weniger Masse, mehr Qualität. Und vor allem: die Bereitschaft, Inhalte nicht mehr als Zusatzaufgabe, sondern als zentrales Element der Markenkommunikation zu verstehen.